12. August 2019

Regionalberater im Portrait: Duisburg

Lars Allofs (40) ist vom Fußball geprägt. Im Alter von fünf fing er an zu spielen, als Jugendlicher kickte er in der Leistungsstaffel, mit 19 machte er seinen ersten Trainerschein. Weil ihm das Fußball-Unterrichten so viel Spaß machte, stand bald fest, dass eine pädagogische Tätigkeit auch beruflich das richtige für ihn ist. Dann dauerte es aber noch bis 2016, bis Allofs Bildungsreferent und Regionalberater für Freiwilligendienste in Duisburg wurde. Und auch das lag am Fußball.

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Die Diakonie RWL berät und begleitet Freiwillige in einem großen Verbandsgebiet, das von Ostwestfalen bis Saarbrücken reicht. Das Zentrum Freiwilligendienste hat seine Geschäftsstelle in Düsseldorf. Daneben gibt es für Freiwillige und Einsatzstellen regionale Ansprechpartner in Detmold, Dortmund, Duisburg, Recklinghausen, Siegen und im Saarland.

Lars Allofs ist Regionalberater für Freiwilligendienste in Duisburg und Fachbereichsleiter beim Evangelischen Bildungswerk . 

Lars Allofs: Regionalberater für Freiwilligendienste bei der Diakonie RWL

Nach dem Zivildienst hatte Allofs sich für die Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann entschieden und viele Jahre in dem Beruf gearbeitet. „Als Kaufmann hatte ich einfach die ganz normalen Arbeitszeiten. Halb acht los, halb fünf Ende, Wochenende frei. Im sozialen Bereich ist das ja oft anders“ erklärt Lars Allofs. In seiner Zivildienststelle, dem Jugendtreff Nieukerk, wurde oft bis spät abends oder am Wochenende gearbeitet. Das passte langfristig nicht zu einem Fußballerleben. 

Kinder-Fußballmannschaft

Der Trainer

Das berufliche Zugeständnis ermöglichte ihm, sein Hobby zu pflegen. Mit zunehmendem Erfolg trainierte er Jugendliche und wurde DFB-Stützpunkttrainer. Zudem trainierte er eine erste Herrenmannschaft, zum Teil als Spielertrainer. Hier konnte er seine Talente besonders gut einsetzen und Werte vermitteln, die ihm wichtig sind: „Disziplin, Vertrauen, gegenseitige Achtsamkeit, Teamgeist zum Beispiel. Gemeinsam für ein Ziel zu arbeiten und Rückschläge hinzunehmen und zu meistern.“ Die Kluft zum kaufmännischen Alltag wurde so irgendwann doch zu groß. „Als ich das merkte, war ich schon über 30. Und wusste, wenn ich etwas anderes machen will, sollte ich das bald tun“. Nach Verletzungen und dem Ausscheiden als aktiver Spieler forderte der Fußball auch längst nicht mehr so viel Tribut. Allofs kündigte als Kaufmann und begann ein Studium der Sozialarbeit und Sozialpädagogik an der Fachhochschule Düsseldorf. Mit Nebentätigkeiten als Trainer verdiente er dazu, und seit 2015 als Referent in der Begleitung von Seminaren für Freiwillige im FSJ und BFD.

Spielverlagerung

Den Einstieg in die Bildungsarbeit erlebte der Trainer Allofs eher als eine Spielverlagerung. Vieles, was er in die Seminare einbringt, bringt er vom Sport mit, nicht nur die kräftige Stimme, die ihm auf dem Rasen zugutekam. Den Teamgeist zum Beispiel. „Im Fußball kommt man nicht allein ans Ziel“, meint Allofs, und in der Bildungsarbeit auch nicht, ist er überzeugt. „Mein erstes Bestreben ist, dass alle gerne zu den Seminaren kommen, gerne mitmachen, aufeinander achten und an einem Strang ziehen“. Die Teilnehmenden sollen den Wert von Solidarität und Gemeinschaft erfahren. Viele junge Menschen erleben das zu selten, ist Allofs überzeugt. In seiner eigenen Schulzeit hatte er den Frontalunterricht und das vereinzelte Lernen hassen gelernt. Ihm war immer wichtiger, etwas gemeinsam mit anderen zu machen. Gemeinschaft und Kumpanei fand er stattdessen beim Sport.

Jugendliche mit Fußbällen

Natürlich sind ihm auch Inhalte wichtig geworden. Politischer Extremismus, Kriminalität, Sucht sind Themen, die er gerne bearbeitet, um bei den jungen Freiwilligen Resilienz und Selbstverantwortung zu stärken. Besonders begeistert aber erzählt Allofs von Seminarwochen, die mehr mit Erlebnis, Bewegung und Abenteuer verbunden sind. Sein Highlight sind die traditionellen Abschlusswochen am Eyller See, mit vielen Jugendlichen aus verschiedenen Seminargruppen, die dort in Zelten oder in Blockhütten übernachten und Workshops wählen können wie Yoga, eine Spaß-Olympiade mit Rad und Kanu, Batiken oder, klar, „Fußballgolf“, bei dem der Golfball ein echter Ball ist und mit dem Fuß geschossen wird, bis zum Tor im Zielloch.

Text: Christian Carls