Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr (FWJ)
Das Freiwillige Wissenschaftliche Jahr
- ● Absolviert als FSJ oder Bundesfreiwilligendienst; Träger für den Freiwilligendienst ist das Zentrum Freiwilligendienste der Diakonie RWL
- ● Einsatz in Instituten der Medizinischen Fakultät der HHU und am UKD, begleitet von einer wissenschaftlichen Praxisanleitung
- ● Begleitende Seminare mit Freiwilligen aus anderen Einsatzfeldern sowie persönliche Begleitung durch das Jahr
Das Freiwillige Wissenschaftliche Jahr ist vergleichbar mit einem FSJ, führt junge Menschen aber in Forschungsinstitute und wissenschaftliche Arbeitsgruppen. Das Programm wird von der Medizinischen Fakultät der HHU gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Düsseldorf und dem Zentrum Freiwilligendienste der Diakonie RWL angeboten. Im Juli 2026 hat Marissa uns von ihrem Alltag erzählt.
Ein Arbeitstag am Rechner
Marissa fängt gern früh an: Meist ist sie kurz vor sieben im Institut, wenn erst wenige Kolleginnen und Kollegen da sind. Sie füllt ihr Wasser auf, sagt hallo und setzt sich an den Rechner. Dann geht es los: Wo habe ich gestern aufgehört, was habe ich mir notiert, wo steckt der Fehler im Programm? Ihr wichtigstes Werkzeug ist dabei die Statistiksoftware RStudio.
Die Fehlersuche gehört zum Alltag. Sie filtert neue Datensätze, merkt, dass eine Programmierung nicht wie geplant läuft, korrigiert sie und erlebt dann den Moment, in dem die Ergebnisse plötzlich Sinn ergeben. Diese Zwischenstände bespricht sie mit ihrer Praxisanleitung. Außerdem tauscht sich das Forschungsteam des Instituts regelmäßig in Arbeitsgruppenmeetings über den Stand der Projekte aus. Marissa ist dabei.
Lebensstil und Kleinhirn
Am Anfang ihres FWJ hat Marissa mit ihrer Praxisanleitung eine Forschungsfrage gefunden: Welche Rolle spielen Alkohol, Rauchen, Sport und soziale Kontakte beim Altern des Kleinhirns? Dafür wertet sie Messdaten zum Volumen der grauen Substanz aus und berechnet Zusammenhänge.
„Aus den Daten konnte man schon grob herauslesen, dass zum Beispiel der Faktor soziale Kontakte positive Einflüsse hat“, erklärt Marissa. Bei Rauchen und Alkohol deutet sich eher ein negativer Einfluss an – „aber da muss man noch genauer analysieren“. Das passt zu dem, was aus der Forschung bereits bekannt ist. Neu ist etwas anderes: Marissa arbeitet diese Zusammenhänge selbst aus einer großen Menge an Daten von hunderten Personen heraus.
Gelernt hat sie dabei vor allem, mit großen Datenmengen umzugehen, sie zu filtern und auszuwerten. Sie durfte eine Data-Science-Vorlesung besuchen, und weil sie in einem Anatomie-Institut arbeitet, lernt sie „natürlich auch ein wenig Anatomie“.
Mit klarem Ziel ins Studium
Marissa möchte Molekulare Medizin studieren, am liebsten in Freiburg. Der Studiengang ist begehrt und die Plätze sind knapp, deshalb hofft sie, dass ihr das FWJ bei der Bewerbung hilft. Im Freundeskreis sorgt ihr Jahr für Gesprächsstoff. Manche sind beeindruckt, andere verstehen nicht ganz, was sie eigentlich macht, „aber die meisten fragen, was ich denn gerade Neues herausgefunden habe“.