Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr (FWJ)
Das Freiwillige Wissenschaftliche Jahr
- ● Absolviert als FSJ oder Bundesfreiwilligendienst; Träger für den Freiwilligendienst ist das Zentrum Freiwilligendienste der Diakonie RWL
- ● Einsatz in Instituten der Medizinischen Fakultät der HHU und am UKD, begleitet von einer wissenschaftlichen Praxisanleitung
- ● Begleitende Seminare mit Freiwilligen aus anderen Einsatzfeldern sowie persönliche Begleitung durch das Jahr
Das Freiwillige Wissenschaftliche Jahr ist vergleichbar mit einem FSJ, führt junge Menschen aber in Forschungsinstitute und wissenschaftliche Arbeitsgruppen. Das Programm wird von der Medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) gemeinsam mit dem UKD und dem Zentrum Freiwilligendienste der Diakonie RWL angeboten. Im Juli 2026 hat Sydney uns von ihrem Alltag erzählt.
Eine durchsichtige Flüssigkeit in die nächste
„Wissenschaft ist eigentlich, dass man eine durchsichtige Flüssigkeit in die nächste durchsichtige Flüssigkeit schüttet“, sagt Sydney. Das klingt nach Routine, hat aber ein klares Ziel: „Es geht darum, dass man am Ende die Strukturen sieht.“ Gewebe gibt unter dem Mikroskop zunächst wenig preis. Erst wenn es Lösung für Lösung aufbereitet und gefärbt ist, wird sichtbar, worauf es ankommt.
In den ersten Wochen hat Sydney den Weg einer Gewebeprobe durch das Institut verfolgt. Die Probe kommt aus dem OP, wird verarbeitet und in Wachs eingebettet. Aus diesen Blöcken schneidet sie unter Anleitung hauchdünne Schnitte und fängt sie in einem Wasserbad auf. Anschließend werden die Schnitte gefärbt, im Automaten oder von Hand. Von Hand dauert das oft einen ganzen Tag. Bei der Standardfärbung erscheint das Gewebe pink und lila. So können die Pathologinnen und Pathologen erkennen, was in der Probe steckt, und die Diagnose für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte stellen.
Hinter jeder Probe steht ein Mensch
Die Schnitte sind so dünn, dass sie leicht reißen oder sich falten. Dann lassen sie sich kaum noch auswerten. „Da braucht man sehr viel Fingergefühl“, sagt Sydney. Sie bekommt die Rückmeldung, dass ihr die Schnitte sehr gut gelingen. „Das fühlt sich schon echt gut an.“
Patientinnen und Patienten trifft sie nicht. Für wen sie arbeitet, ist ihr trotzdem klar: „Hinter jeder Probe steht natürlich ein Mensch. Wenn man nur noch mit der Probe arbeitet, kann es sein, dass man das ein bisschen vergisst.“ Spätestens wenn sie die Schnitte zur Befundung bringt und hört, was der Befund für den Menschen bedeutet, wird es ihr wieder bewusst.
Ein Jahr Vorsprung
Vor dem FWJ hatte Sydney eine Sorge: dass die Arbeit im Labor vielleicht doch nichts für sie ist. „Man könnte denken, man verliert Zeit. Aber man setzt sie eigentlich nur gut ein.“ Besser jedenfalls, als ein Studium anzufangen und erst dann zu merken, dass es nicht passt. Jetzt weiß sie, dass ihr die Arbeit gefällt. Und wenn im Studium der erste Pipettierkurs ansteht, kann sie mit der Pipette schon umgehen.