Regionalberater im Portrait: Recklinghausen
Die Diakonie RWL berät und begleitet Freiwillige in einem großen Verbandsgebiet, das von Ostwestfalen bis Saarbrücken reicht. Das Zentrum Freiwilligendienste hat seine Geschäftsstelle in Düsseldorf. Daneben gibt es für Freiwillige und Einsatzstellen regionale Ansprechpartner in Detmold, Dortmund, Duisburg, Recklinghausen, Siegen und im Saarland.
Rainer Holt ist Regionalberater für Freiwilligendienste im Kirchenkreis Reckklinghausen. und Fachbereichsleiter beim Evangelischen Bildungswerk .
Rainer Holt ist Ansprechpartner für alle, die einen Freiwilligendienst in einer diakonischen Einrichtung oder einer Gemeinde im Ev. Kirchenkreis Recklinghausen machen wollen. Er berät Interessierte, hilft bei der Suche nach einer Einsatzstelle und organisiert regionale Bildungstage für die über 150 Freiwilligen, die in der überschaubaren Region jedes Jahr ein FSJ oder ein BFD bei der Diakonie RWL machen.
Beratung mit Augenkontakt
Besonders wichtig ist Rainer Holt das persönliche Gespräch. Fast wöchentlich bietet er Informationsveranstaltungen an, zu denen mal acht, mal fünf oder auch nur drei junge Menschen kommen. „Mir ist der Face to Face - Kontakt wichtig“, erzählt Rainer Holt, „ich frage nach der Motivation für einen Freiwilligendienst und nach ihren Zukunftswünschen“. So bringt er die Jugendlichen dazu, sich mit ihren Vorstellungen auseinanderzusetzen und ihre Erwartungen zu formulieren. Und so beginnt die Erfahrungshilfe schon vor dem Freiwilligendienst.
Guter Draht zu den Einsatzstellen
Erste Basis für die Beratung und Begleitung der Freiwilligen ist für Rainer Holt der gute Draht zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Einsatzstellen. Dabei profitiert er von der Verankerung in der Region. „Ich kenne alle Einrichtungen, weiß, welche Aufgaben es dort gibt und wer die Ansprechpartner sind“. Der gute Draht hilft auch dabei, „dass wir bei unserem Auftrag an einem Strang ziehen“. Dabei denkt Rainer Holt an den Freiwilligendienst als Bildungs- und Orientierungsjahr. Dazu gehört für ihn auch eine herausfordernde und abwechslungsreiche Gestaltung der Aufgaben im Dienstalltag, um möglichst vielfältige Erfahrungen zu ermöglichen.
Seminarplan mit allen Terminen und Themen für ein Jahr
Der Schulleiter
Überall dort, wo die Diakonie RWL mit einem Regionalberater kooperiert, werden in der Regel zehn Bildungstage vor Ort angeboten. Rainer Holt hat dafür sein eigenes Konzept. „Ich tu immer so, als wenn ich Schulleiter wäre“, Leiter einer Schule mit „fünfzügigen Klassen“, denn so viele Gruppen Freiwilliger begleitet er jedes Jahr. Dabei zählt für ihn, untypisch für das Bild von klassischer Schule, vor allem das gute soziale Miteinander in den Gruppen. Zum Bild von Schule passt aber, dass in jedem Jahrgang ein Curriculum mit vorgegebenen Themen angeboten wird, die sich in der Erfahrung bewährt haben. Dazu gehören zum Beispiel ein „Coolness-Training“, ein schauspielerisches Angebot zum persönlichen Auftreten oder eine Einheit zu interkultureller Kompetenz. An anderen Tagen werden Besuche in ausgewählten Einrichtungen organisiert, zum Beispiel in einem Altenheim, einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung oder in einem Kinderheim. „Ich weiß, dass andere Kollegen schon bei der Themenwahl mehr auf Partizipation setzen“, räumt Rainer Holt ein. Aber er steht zu seinem Konzept. „Die Wahl der Themen ist für viele auch eine Überforderung und die Interessen in den bunt gemischten Gruppen sind oft sehr unterschiedlich. Das Curriculum bietet für alle etwas Interessantes“, ist Rainer Holt überzeugt. Die Partizipation finde dann im Rahmen der Angebote statt. Und die Freiwilligen „nehmen eh nur mit, was sie interessiert und was sie brauchen“, stellt Rainer Holt pragmatisch fest.
Letzter Jahrgang
Bei der Diakonie RWL können Freiwillige ihren Dienst zu jeder Zeit beginnen. Die meisten Freiwilligen aber starten im August oder September. Im Kirchenkreis Recklinghausen sind sie dann die letzten „Schülerinnen“ und „Schüler“ von Rainer Holt. Im Juni nächsten Jahres geht Holt mit 65 Jahren und 8 Monaten in den Ruhestand. Dann wird der Sozialpädagoge und gelernte Werkzeugmacher insgesamt über 36 Jahre mit der Begleitung von Zivildienstleistenden und Freiwilligen verbracht haben.