22. Oktober 2018

InclusiveIncome: Südamerika im Freiwilligendienst

Im Programm "InclusiveIncome" absolvieren junge Menschen aus Partnerprojekten in Südamerika gemeinsam mit Freiwilligen, die ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland haben, einen Freiwilligendienst in diakonischen Einrichtungen im Rheinland. Das Programm ergänzt das "Incomer"-Projekt der Diakonie RWL, in dem sich Freiwillige aus dem Ausland initiativ bewerben und einen Freiwilligendienst in diakonischen Einrichtungen in Westfalen und Lippe machen können. Das Programm wird gemeinsam von der Diakonie RWL und der Evangelischen Kirche im Rheinland organisiert. Teilnehmende aus dem Programm erzählen in kurzen Video-Interviews, was sie in ihrer Einsatzstelle und in den Seminaren kennengelernt und gelernt haben.

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Büşra (19), Köln - Deutschland

Die 19-jährige Kölnerin Büşra weiß ganz genau, was sie will: Medizin studieren! Im Ev. Krankenhaus Weyertal hat sie sich als BFD-Leistende auf dieses Arbeitsfeld vorbereitet und hat sich und anderen dabei bewiesen, dass sie das Zeug zur Ärztin hat. Und auch als Ärztin wird sie später Patienten haben, die wenig Deutsch sprechen. In den Seminaren hat sie gelernt, dass man sich auch mit wenigen Worten verständigen kann, „wenn man das will“. 

Alexander (19), Leichlingen - Deutschland

Alexander hat seinen BFD im Ev. Altenzentrum Hasensprungmühle in Leichlingen absolviert. Hier hat er mit sehr kranken alten Menschen zu tun. Gelernt hat er dabei, Menschen nicht auf ihre Krankheit zu reduzieren, sondern „sich daran festzuhalten, was der Mensch noch kann“ und schöne Momente zu genießen. Und die Seminare? „Wurden abwechslungsreicher mit den Freiwilligen aus Südamerika“. Dabei entstand, so Alexander, schnell ein „richtiger Zusammenhalt“. 

Maria Cecilia (19), Hohenau - Paraguay

In der Ev. Gemeinde zu Düren ist es Tradition, dass Freiwillige aus aller Welt und v.a. aus der Partnergemeinde in Paraguay zu Gast sind. Maria Cecilia ist seit Februar im Café International eigesetzt und begegnet hier nicht nur Deutschen, sondern Menschen jeder Nation. Durchsetzungsvermögen und klare Ansprache sind im wuseligen Café-Betrieb nicht das Einzige, was die junge Paraguayerin lernen musste. Aus ihrem Freiwilligendienst und den Seminaren hat sie vor allem eine Einsicht mitgenommen: „Dass wir alle eine große Familie sind, egal woher wir kommen“. 

Marius (19), Bergisch Gladbach - Deutschland

Das Ev. Seniorenzentrum am Quirlsberg in Bergisch Gladbach wurde im letzten Jahrgang tatkräftig von Marius unterstützt. Er hat gelernt, dass Arbeit für ihn „ein Grundbedürfnis ist“. Nach dem Abitur hatte er drei Monate abgehangen – das hat ihm gereicht, auch wenn der Start erst schwer war. Mit den Seminaren war es ähnlich. Dazu hatte er eigentlich keine Lust. „Ich bin kein Freund dieser pädagogischen Konzepte“, sagt er vorsichtig. Und dann: „Als ich hier war, war alles ganz anders“. 
 

Esra (21), Köln - Deutschland

Esra aus Köln hat sich im Familienzentrum PiccoPänz persönlich wie fachlich auf ihre Ausbildung zur Kinderpflegerin vorbereitet. „Ich komme jeden Abend lachend nach Hause“, erzählt sie. Weil sie so viel Lustiges erlebt, aber auch manche Geduldsprobe. „Ich habe gelernt, dass ich Geduld und Durchsetzungsvermögen habe“, erzählt sie. Und der Austausch in den Seminaren? „Mir macht es am meisten Spaß, mit den anderen hier Kicker zu spielen“, berichtet sie.

Alan (19), Santiago de Chile - Chile

Im Wilhelm-Becker-Haus in Essen werden Menschen mit körperlichen wie geistigen Behinderungen noch bis Februar 2019 von Alan aus Chile unterstützt.  Am Anfang hatte Alan manchmal Angst, überfordert zu sein. Inzwischen hat er gelernt, auch in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben. Die Seminare genießt er, weil alle geduldig und verständnisvoll sind, wenn er etwas auf Deutsch sagen will. 

Tomás (19), Gualeguaychú - Argentinien

Tomás aus Argentinien engagiert sich seit Februar 2018 als BFD-Leistender in der Ev. Jugendbildungsstätte Hackhauser Hof e.V. in Solingen. Dort wird er noch bis Februar 2019 in den Bereichen Haustechnik, Hauswirtschaft und im pädagogischen Bereich eingesetzt sein. „Nach der Arbeit habe ich das schöne Gefühl, dass ich meine Aufgaben erledigen konnte“. Dabei hat er gelernt, dass er „mit Motivation und Positivität“ mehr schaffen kann, als er sich anfangs zugetraut hat. Die Seminare sind „total cool“, erzählt er. 

Und die Seminarleiterinnen?

"Durch die besondere Mischung der Gruppe ergeben sich oft besonders spannende Perspektiven", erzählt Rabea Maas, die für die Diakonie RWL an der Durchführung der Seminare beteiligt war. Wie funktioniert soziale Arbeit in Deutschland, was ist anders in Argentinien, Chile oder Paraguay? Hannah Werner von der Evangelischen Kirche im Rheinland nennt ein Beispiel: "Eine Freiwillige aus Argentinen war überrascht, dass es in Deutschland so viele obdachlose Menschen gibt, aber auch so viele Angebote für Menschen auf der Straße". 

Bericht: Christian Carls, Rabea Maas. 

Weitere Infos und Kontakt

Diakonie RWL 
Birgit Richter
0211 – 63 98 468
b.richter@diakonie-rwl.de

Arbeitsstelle für Auslandsfreiwilligendienste 
Evangelische Kirche im Rheinland
Hannah Werner
0212-22201-380
hannah.werner@ekir.de