21. August 2018

Exkursion nach Rügen

Im Sommer 2018 haben wir uns mit einer sehr zusammengewürfelten Gruppe und unseren wunderbaren Gruppenleiterinnen Anne und Ulla, auf die Insel Rügen begeben. Insgesamt waren wir 25 Freiwillige und das aus ganz Nord Rhein Westfalen. Ein wirklich bunter Haufen, doch das hielt uns nicht davon ab, gut zusammenzufinden. Meine persönlichen Highlights, waren neben dem gut gewählten Programm, die gemeinsamen Abende, die wir jeden Tag zusammen verbringen konnten. Jede kleine Unterhaltung am Frühstückstisch und die Blicke in denen man sah, dass man denselben Gedanken hatte.

Gruppenfoto

FSJ und BFD bei der Diakonie RWL: Exkursion nach Rügen

Weitere Informationen

Bereits am ersten Tag bot das Lagerfeuer zum ersten Mal, von der zehn Stunden langen Reise abgesehen, eine gute Atmosphäre um sich etwas zu unterhalten. Denn ihr wisst ja, wie das alte mecklenburgische Sprichwort lautet: Man lernt Leute erst richtig kennen, wenn sie versuchen, Stockbrot zu machen.

Nach diesem Abend brach der zweite, jedoch der erste richtige Tag an, und es ging direkt mit einer geplanten 50 Kilometer langen Radtour los. Der erste Teil war auch gar nicht so schwer. Das erste Ziel war der Baumwipfelpfad im Naturerbe-Zentrum von Rügen. Wo hohe Brücken zwischen den breiten, bis zu 500 Jahre alten Baumstämmen aufragten und ein gigantischer, spiralförmiger Aufgang bis weit über die Baumkronen hinaufstieg, konnten wir uns über die heimische Flora und Fauna informieren.

Holzbrücke zwischen Bäumen

Wir nutzten die Gelegenheit, die Natur zu begutachten und auf den kleinen Abenteuerpfaden zu balancieren. Doch dann ging es auch schon weiter. Über Hauptstraßen, Sandwege und holprige Buchenalleen mit Kopfsteinpflaster fuhren wir beachtliche 14 Kilometer. Die Reise zog sich über Zirkow, Viervitz und mit gut durchmassierten Hintern kamen wir in Groß Stresow an. Dort war erst einmal Pause angesagt. Eine Pommes Rot-Weiß, ein Gruppenfoto und eine Umplanung später, machten wir uns auf in das wunderbare, etwas viktorianisch angehauchte Binz. Die kleine aber feine Seebrücke, betrachteten wir kurz und konnten uns danach frei bewegen. Erschöpft kamen wir gegen Abend wieder in unserer Jugendherberge in Prora an und hatten ungefähr 30 km von ursprünglich geplanten 50 km geschafft. 
 

Klippen

Nun durften wir in die wunderbare Natur eintauchen. Am Mittwoch besuchten wir den National Park Jasmund und erfuhren etwas über die Entstehung der Insel Rügen und die evolutionsstarken Buchen die sich dort gegen die anderen Baumarten durchgesetzt haben. Auch die mürben Klippen der Kreidefelsen, die unter anderem den Königstuhl formen, boten zusammen mit dem blauen Wasser der Ostsee und den Kieselstränden einen schönen Anblick. Ganz zurecht ein Weltnaturerbe.

Allerdings kam der Donnerstag schon recht bald. Unseren letzten Programmtag verbrachten wir hauptsächlich in dem viereinhalb Kilometer langen Kraft-durch-Freude-Seebad, das vor dem 2. Weltkrieg von den Nazis erbaut aber nie ganz fertiggestellt wurde, in dem auch unsere Jugendherberge lag. Es bot sich die Gelegenheit bei einem kleinen Rundgang, etwas über die Geschichte des Gebäudes in dem wir unterkamen zu erfahren. In einem langen Vortrag und mit einem Film informierte man uns über die Geschichte des Bundesfreiwilligendienstes, dessen Grundstein mit den Bausoldaten in der DDR und dem Zivildienst in der BRD gelegt wurde, die aus ganz verschiedenen Gründen das Führen einer Waffe und das aktive Mitwirken im Krieg verweigerten. Außerdem konnten wir in einer Gruppenarbeit beobachten, wie sich die Grundeinstellung eines Menschen während des Krieges erstaunlich, jedoch nicht weniger schockierend änderte.

Seminare und besonders Exkursionen bieten eine tolle Möglichkeit, sich mit anderen Freiwilligen über ihre Einsatzstellen zu unterhalten, andere Sichtweisen kennenzulernen und Freundschaften zu knüpfen. Was das anbelangt, hätte der Ausflug ruhig noch etwas länger sein können. Mir macht es immer wieder Spaß und ich nehme immer sehr viel aus diesen Wochen mit. Ich habe auch bei dieser Exkursion wieder viel Neues erfahren und tolle Leute und Persönlichkeiten kennen gelernt, die ich nie vergessen möchte. Alles in allem war es eine gute Exkursion, das konnte mir kein schlechtes Essen und keine Holperpfade vermiesen. 

Bericht: Leon Baker

Fotos: Gruppe: Diakonie RWL, Bauwipfelpfad: Reinhold Möller; Steilküste: Botaurus stellaris